Ostrock lebt – und die dpa berichtet

Dass der Ostrock auch 20 Jahre nach dem Mauerfall nicht tot oder totzukriegen ist, ist im Jahr des Jubiläums offenbar nicht nur ein Thema für die Nischenpresse. Auch die dpa hat sich dem Thema angenommen, wie man u.a. bei der RZ nachlesen kann.

Zitiert wird dazu u.a. Dieter Birr von den Puhdys, der das Erfolgsgeheimnis so beschreibt: „Wir hatten großes Glück nach der Wende. Ausruhen darf man sich aber nie.“

Außerdem wurde Ostrock-Experte Christian Hentschel (ehemaliger Chefredakteur der Melodie & Rhythmus) zu Rate gezogen, welcher feststellt, dass die Verortung in der Schublade „Ostrock“ vielen altbekannten Bands zwar auch heute noch volle Konzerte beschere – für ihre neuere Musik interessiere sich die breite Masse und die Presselandschaft jedoch kaum. Der Fluch der Ostalgie-Vermutung, könnte man wohl meinen…

2 Gedanken zu „Ostrock lebt – und die dpa berichtet“

  1. Wo hat alter oder neuer Ostrock (was immer man darunter versteht, siehe z.B. die Diskussion zuletzt unter ostpoesie.de, aber auch in allen andeern Ostrockseiten) ein Medieninteresse hervorgerufen? In der SZ (übrigens geht der link völlig ins leere, da die tagaktuellen Nachrichten verlinkt sind, nicht der gewünschte Beitrag)?
    Ich erinnere mich an eine Anfrage der SZ zu einem City -Fan. Der wurde mit egozentrischen Superfans anderer Bands, die Züge von Stalkern trugen, in einem Beitrag verwurstet und die Quintessenz war – die Musik von City war nicht schlecht und wir sind gern mal hingegangen …. Unterirdisch dieses Traktat, dabei kann der „Fan“ (ich wars nicht) schreiben. Die Urfassung hab ich noch, das „Ergebnis“ gabs leider nicht. Nicht mal als Belegexemplar – ganz schlechter Stil, oder?

    Kurzum – diese obige Info ist mir völlig unverständlich. Wo kommen denn aktuelle Produktionen vor? Wer bietet Musikern aus dem Osten eine Plattform? Wo sind die Ostkünstlern im Westen unterwegs?
    Die haben nichts berichtenswertes neues? Unsinn. Erstklassige neue Produktionen legen regelmäßig sowohl große, klingende alte Namen, als auch unverbrauchte neue Künstler vor. Und Ostalgie? Na und? Am Wochenende war gerade wieder ein Oldiesfestival mit den ganzen abgehalfterten Stars der 70 ger. Das ist zwar Nostalgie, aber die dort aufgetretenen herrschaften haben auch 30 jahre nichts neues mehr erfundne. Und wenn, will das auch keiner hören. Wo ist der unterschied? Vielleicht in der musiklaischen Klasse.

    Das Thema ist zum meckern angetan – lieber, guter Ostrocknews – Macher – das waren 0 Punkte! Solche Meldungen sind dem Thema eher abträglich.
    Wie wäre es mal mit echten News, wie es der Seitenname verspricht. Die vermisse ich, wenngleich ich jede Medienpräsenz der „Ostrocker“ sehr schätze. Und wer weiss, vielleicht schafft es die seite ja, nicht auf der ostalgieschine zu schwimmen, sondern den jungen Bands und musiern eine Plattform zu geben.
    Die Termine und projekte von Silly, City, Puhdys und Co sind hinreichend bekannt und Publiziert. Wie wäre es also neben den üblichen Namen mit ein wenig Innovation? Und wie gesagt – es gibt ertsklassige Leute. aber die findet man nicht in den Hitparaden, den Radiosendungen etc. Wenn überhaupt auf den Regionalseiten der ostdeutschen Zeitungen.
    Aber diese Option warzunehmen braucht Zeit. Und wie sagt das Sprichwort? Kommt Zeit kommt Rat.

  2. @Fred – volle Zustimmung!

    Ich bin grad auf der Suche der Einordnung unserer Musik und habe einfach mal „neuer Ostrock“ gegoogelt, weil ich eine gewisse Ruppigkeit und Grobschliff eher im Osten vermute, und zwar vor- und nach der Wende, mit der ich mich identifizieren könnte.

    Die Identifikation auf dieser Seite (und wie ich mein Umfeld wahrnehme) scheint „Ostrock“ aber mit DDR-Rock gleichzusetzen. Wahrscheinlich fällt Silly mit Anna Loos da fast schon wieder raus.

    Bleibt die Frage: Könnte es „neuen Ostrock“ überhaupt geben?
    Ich fände es schön, wenn die Öffentlichkeit das in der Breite mit „ja“ beantworten könnte. Es gibt nämlich eine regionale Identität, die sich auch unabhängig von Ostalgie und DDR-Gesellschafts-Identität fortentwickelt.

    Auf jeden Fall gibt Fred die richtigen Hinweise, wo nach neuartiger Rockmusik im Osten zu suchen ist, z.B. auch unter Eingabe von Postleitzahlen auf Musik-Seiten wie regioactive.de oder Bandliste.de
    Ein wenig journalistische Kreativität ist da schon gefragt.

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