POND – Gemälde einer Vernissage

Paule Fuchs, seines Zeichens ostdeutscher Elektronik-Pionier, wagt sich mit seinem neuesten Werk Gemälde einer Vernissage nicht zum ersten Mal an die Vertonung von Malerei. Und doch ist dies ganz anders als sein vorheriges Unterfangen dieser Art.

Hatte Paule Fuchs alias POND doch schon mit Bilder einer Ausstellung die Bildende Kunst gestreift – allerdings mit der musikalischen Vorlage Mussorgskis. Gemälde einer Vernissage ist hingegen gänzlich originäre POND-Musik, deren Inspiration dieses Mal zwölf Gemälde von Willi Sitte waren. Ganze 12 Monate hat Paule Fuchs nach eigenen Angaben an diesem, seinem elften Album gearbeitet, welches er selbst als sein „(Meister-)Werk“ einschätzt – einen gewissen Stolz auf das Geschaffene kann er also nicht verbergen.

Und tatsächlich lohnt der Ausflug in die neuen POND-Klangwelten – umso mehr, wenn man sich die zugehörigen Gemälde Willi Sittes (u.a. „Familie am Sonntagmorgen“, „Warschauer Paar“, „Im Namen Gottes“ und „11. September“) vor Augen führt und die Liner-Notes im Booklet dazu studiert. Denn natürlich ist jede der Kompositionen durchdacht, selbst wenn man manchmal nicht umhin kommt zu vermuten, der Meister hätte sich hier und da in einen kleinen Rausch gespielt. Freilich klingt die Musik junger Elektro-Bands völlig anders – auch diesbezüglich hat Paule Fuchs ein Alleinstellungsmerkmal.

Geplant ist übrigens auch die Adaption der POND-Kompositionen durch die Brandenburger Symphoniker – auf dieses Crossover-Projekt „Electronic goes Classic“ darf man gespannt sein.

POND, Gemälde einer Vernissage (PONDerosa Records), VÖ: 07/2009

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